Die XU University entsteht: Top, die Wette gilt …

Napster war Ende der 90er Jahre die erste massenhaft verbreitete Tauschbörse zur illegalen Verbreitung digitaler Musik. Nach etlichen Klagen der Musikindustrie musste das Unternehmen schließlich jedoch aufgeben und wurde 2002 von dem deutschen Verlagsriesen Bertelsmann übernommen. Die Gütersloher wollten Napster zu einem legalen Musik-Streamingdienst umbauen, über den die Nutzer Millionen Songs abspielen könnten, ohne diese […]
letztes Update: 04/07/2017

Napster war Ende der 90er Jahre die erste massenhaft verbreitete Tauschbörse zur illegalen Verbreitung digitaler Musik. Nach etlichen Klagen der Musikindustrie musste das Unternehmen schließlich jedoch aufgeben und wurde 2002 von dem deutschen Verlagsriesen Bertelsmann übernommen.

Die Gütersloher wollten Napster zu einem legalen Musik-Streamingdienst umbauen, über den die Nutzer Millionen Songs abspielen könnten, ohne diese zu besitzen. Mit dem Slogan „Own Nothing“ nahmen sie dabei nicht nur das Geschäftsmodelle heutiger Streaming-Plattformen vorweg, sondern umrissen bereits den Grundgedanken der „Share Economy“. Doch trotz des enormen Potenzials, konnte sich Napster seinerzeit nicht durchsetzen. Erst Jahre später etablierten andere Dienste wie Spotify das Prinzip des. Napster dagegen versank nach einer Reihe von nachhängenden Klagen endgültig in der Versenkung.

Nun ist die Erkenntnis, dass Ideen und Visionen alleine nicht ausreichen, um erfolgreich zu sein, wahrlich nicht neu. Die Liste derer, die trotz großer Ideen und spektakulärer Visionen gescheitert sind, umfasst zahlreiche klangvolle Namen und noch viel mehr, von denen man niemals hören wird. Nicht immer hat ein solcher Misserfolg mit Unvermögen oder eigenen Fehlern zu tun. Oft sind es auch äußere Faktoren wie der Zeitgeist, die eine Idee scheitern lassen. Oder wie ein bekanntes Pop-Zitat es ausdrückt: „Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit“.

Denn Ideen sind immer eine in die Zukunft gerichtete Annahme darüber, wie die Welt und die Menschen, die in ihr leben, funktionieren. Eine Hypothese darüber, wie sich Kunden oder Nutzer verhalten, was sich nachfragen oder wo sie das tun. Man könnte auch sagen: Ideen sind Wetten auf die Zukunft. Unsere Wette lautet:

Aufgrund der neuen fachlichen Anforderungen durch die zunehmende Digitalisierung der gesamten Unternehmenslandschaft besteht am Markt ein hohes Interesse an einer Hochschule die konsequent auf die Themen der digitalen Transformation ausgerichtet ist.

Verantwortliche Unternehmer werden immer versuchen, ihre Wetten möglichst gut gegen das Risiko des Scheiterns abzusichern. Indem sie Analysen durchführen, Umsetzungspläne erarbeiten und Prozesse definieren. Auch wir haben das getan. Das Ergebnis ist ein detailliertes Hochschul-Konzept für die XU Exponential University of Applied Sciences (i.Gr.), das folgende Bausteine umfasst:

  • Eine Markt- und Bedarfsanalyse durch Befragung von ausgewählten deutschen Konzernen sowie klein- und mittelständischen Unternehmen
  • Eine daraus abgeleitete inhaltliche Ausrichtung der Hochschule
  • Die Entwicklung attraktiver Angebote für Hochschule (Studiengänge) und systematische Planung der Einführung der Angebote (Studienstarts)
  • Eine umfassende Organisationsstruktur (Organigramm, Qualitätsmanagement, Standorte)
  • Einen detaillierten Fünfjahresplan (Wirtschaftlichkeitsberechnung)
  • Einen präzisen und vor allem realistischen Zeitplan 2016 und 2017

Unsere Planung sieht demnach vor, dass die neue Hochschule interdisziplinäre Studiengänge in den Fachrichtungen Digital Business und Digital Engineering an zwei Standorten in Deutschland, Potsdam und Hamburg, ermöglicht. Die Studiengänge werden schrittweise in zwei Formaten (Vollzeit, Teilzeit) angeboten. Die Studiengänge sind aufgrund der vorab erfolgten Analysen zu den aktuell und zukünftig erforderlichen Qualifikationen respektive der Integration der Analyseergebnisse in die Curricula in hohem Maß auf die spätere Berufstätigkeit der Absolventen ausgerichtet.

Mit diesem Konzept konnten wir nicht nur unsere Geldgeber überzeugen, sondern auch das Risiko unserer eigenen „Wette“ vor uns selbst rechtfertigen.

Gleichzeitig aber hat uns die intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten, Strukturen und Prozessen der zukünftigen XU Exponential University of Applied Sciences vor Augen geführt, dass es für die Gründung einer Hochschule, wie wir sie anstreben, niemals eine hundertprozentige Absicherung geben kann. Denn, wer wie wir versucht, eine Hochschule aufzubauen, die nicht für die Welt von heute, sondern die Welt von morgen gedacht wird, der kann sich nicht auf Patentrezepte oder standardisierte Prozesse stützen. Wir müssen die Regeln, die unser Handeln heute prägen hinter uns lassen. Denn sie sind Antworten auf Fragen der Vergangenheit. Das ist risikoreich, aber auch notwendig. Denn das bedeutete es eine „Exponential University“ zu sein. Dieser Idee bleiben wir treu. Das erfordert besonderen Mut sowie die Bereitschaft Risiken zu erkennen und sie dennoch anzunehmen.

Wir sind dazu bereit und werden weiter daran arbeiten, unsere Vision einer Hochschule in die Tat umzusetzen.

von Uwe Eisermann, Gründungspräsident XU Exponential University of Applied Sciences (i.Gr.)

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