Prof. Dr. Philipp Bouteiller

Fachgebiete: Digital Business, Urban Technology and Smart Cities
letztes Update: 03/08/2019

Interview

Philipp, warum sind Praxisprojekte im Studium von Anfang an wichtig?

Lernen funktioniert am besten, wenn theoretisches Wissen gleich angewendet wird. Zudem stellt die XU die Verbindung aus Digitalem und Realem ins Zentrum. Über die ständige Rückkoppelung zum echten Leben lernen die Studierenden die echten Fragestellungen „da draußen“ kennen.

Wer ist dein Projektpartner in diesem Semester?

Wir arbeiten im Rahmen der Vorlesung „Projektmanagement“ aktuell mit den Stadtwerken Potsdam zusammen. Die Stadt plant im Norden das neue Innovationsquartier Krampnitz für über 10.000 Menschen. Hier gibt es jede Menge Innovation: digitale Infrastruktur, Multifunktionsgaragen und autofreie Zonen oder auch Straßenlaternen mit 5G-Sendeantennen. Auch eine App für Anwohner*innen steht auf der Agenda, sie verbindet Housekeeping, Services und Community-Gedanken. Die Studierenden haben in Teamarbeit zu drei der Themen eigene Projekte aufgesetzt und erfolgreich Resultate produziert, die sie vor dem Vorstand präsentieren durften – wie im Geschäftsleben.

Welche Erfahrungen und Skills nehmen die Studierenden aus dem Projekt mit?

In der Praxis haben sie viel über Teambuilding und Persönlichkeitstypen gelernt, vor allem aber über die Arbeit unter Zeitdruck mit begrenzten Ressourcen. Zudem ist Literatur zum Projektmanagement recht dröge und überfrachtet das eigentlich spannende Thema schnell mit grauer Theorie. Die praktische Anwendung haucht dem Ganzen Sinn und Leben ein. Und macht allen Spaß!

Inwiefern nutzt den Studierenden dieses Wissen in zukünftigen Jobs?

Meine Studierenden sollen lernen, sich auf die wesentlichen Punkte fokussieren, die sie später auch im Beruf brauchen. Wir haben zudem mit Persönlichkeitstests gearbeitet, stellen Teams gezielt nach Fähigkeiten zusammen und schulen auch im Umgang mit Frustration und Fehlschlägen. Das alles hilft, um sie auf spätere Aufgaben in Leitungsfunktion vorzubereiten.

Welchen Mehrwert gibt es für die Unternehmen?

Sie bekommen Zugang zu branchenfremden, jungen, offenen Geistern, die sich unvoreingenommen an die Arbeit machen. Ihr frischer Blick auf Themen ermöglicht einen Perspektivwechsel im Betrieb. Beide Seiten lernen sich kennen. Unternehmen bekommen für die Studierenden ein Gesicht, werden nahbar. Zudem gucken die Verantwortlichen immer auch durch die Potenzialbrille auf den Nachwuchs.

Was bleibt nach dem Projekt für die Beteiligten?

Aus unseren Projekten können sich Folgeprojekte ergeben, und daraus kann dann schon mal eine Festanstellung resultieren ­– zum Vorteil für beide Seiten. Und: Die XU ist noch relativ neu in Potsdam. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen taucht die Hochschule bei ihnen plötzlich auf dem Radar auf – ein Benefit in eigener Sache.

Stadtwerke Praxisprojekt Innovationsquartier Krampnitz

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