Mai 8, 2018

„Angekommen am Anfang“ – Technologie trifft Mode

by Fabian Radsack in Creative, Digitalisierung

Selbstbindende Schuhe, virtuelle Umkleideräume und T-Shirts mit Notruffunktion: Technologie ist aus der Mode nicht mehr wegzudenken. Doch welche Kompetenzen brauchen Designer und Modellabels heute, um der immer größeren Überschneidung von Fashion und Technik gerecht zu werden? Wir waren für euch auf der #FashionTech in Berlin und haben nachgefragt.

Erstellt von Krista-Marija Läbe

Digitale Mode in den Startlöchern

Als Treffpunkt von Modeenthusiasten, Entrepreneurs und IT-Spezialisten ist die #FashionTech eines der wichtigsten Events im Fashion- und Technikbereich. Sie findet im Rahmen der Berlin Fashion Week statt und war dieses Jahr zum ersten Mal im Kraftwerk in Berlin Mitte.

Wir haben unter anderem mit den Organisatorinnen Antonia Jakobs und Wiebke Holtermann gesprochen und sie nach dem aktuellen Stand der Digitalisierung in der Fashionindustrie gefragt. Ihre Antwort war klar: Die Modebranche ist „angekommen am Anfang“. Viele der großen Veränderungen der nächsten Jahre beginnen erst jetzt.

3D Druck ist als Produktionsmethode auf dem Vormarsch, Onlinehandel als Vertriebsstrategie im Höhenflug und intelligente Kleidung nimmt eine immer größere Rolle in der Fashionindustrie ein. Auch dem Einzelhandel steht seine eigentliche Revolution erst bevor. Retail-Tech mit virtueller und erweiterter Realität kann in der Zukunft zum Lebensretter der Innenstadtgeschäfte werden. Und digitales Marketing? Durch personalisierte Werbung in sozialen Netzwerken wird jeder von uns 24/7 in seinem Kaufverhalten beeinflusst und für Unternehmen ist es mittlerweile essentiell, eine starke Onlinepräsenz zu zeigen.

https://www.youtube.com/watch?time_continue=50&v=oaRrA5-q0fk

In unserem Videointerview nehmen Antonia und Wiebke Stellung zu Digital Marketing und erklären, wieso daran mittlerweile kein Weg mehr vorbeiführt.

Sicherheit durch Smart Wearables

Die siebte #FashionTech stand ganz unter dem Motto „Fashioning the Future“- mit spannenden Themen wie der Blockchain-Technologie, künstlicher Intelligenz, virtueller Realität, Funktionalität und Nachhaltigkeit.

Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt, sieht die Technologie ganz klar als treibende Kraft in der Textilindustrie. So seien Smart Wearables aufgrund ihrer Funktionalität und ihrer Nachhaltigkeit in vielen Bereichen einsetzbar, wo sie das alltägliche Leben ungemein erleichtern. Als Beispiel nennt er unter anderem den Heimtextilienbereich. Hier wird intelligente Sensorik genutzt, um pflegebedürftige Menschen zu unterstützen.

Ein Projekt, das diesen Gedanken in Form von abnehmbaren Wearables aufgreift, ist das Sensorsystem „Spur“ der jungen Designerin Julia Danckwerth. Mit Hilfe von GPS-Ortung und einer Sturzerkennung wird Demenzkranken und ihren Angehörigen ein verstärktes Sicherheitsgefühl gegeben.

Aber auch alltäglichere Probleme lassen sich durch Smart Wearables ganz einfach lösen. Auf der FashionTech wurde zum Beispiel High-Tech-Kleidung vorgestellt, mit der man sein Smartphone aufladen kann. Vergessene Aufladekabel wären dann kein Problem mehr.

Angesichts dieser zunehmenden Verschmelzung von Technik und Mode verändert sich auch der Arbeitsmarkt der Fashionbranche. Klassische Fähigkeiten im Design müssen durch IT-Kenntnisse und digitales Wissen ergänzt werden, um auf dem Puls der Zeit zu bleiben.

Karrierewunsch im Fashionbusiness – was tun?

Eine Karriere in dieser Branche ist trotz des harten Konkurrenzkampfs immer noch sehr beliebt bei jungen Leuten. Ihnen kommt der digitale Umbruch zugute, denn er schafft neue Möglichkeiten, um im Fashionbusiness erfolgreich zu sein. Doch welche Kenntnisse sind genau gefragt?

Laut Olaf Schmidt sollten angehende Studierende nicht nur auf das Design oder die „Création“ achten, denn als Designer Erfolg zu haben, kann sehr hart sein. Oft fehlt die Fähigkeit, sich selbst zu vermarkten. Die Chancen auf eine erfolgreiche Karriere werden dadurch einschränkt. Olaf Schmidt empfiehlt stattdessen, sich mehr mit Modemarketing zu beschäftigen und sich mit neuen digitalen Kanälen des Handels vertraut zu machen.

https://www.youtube.com/watch?v=yvo1_cDAoas

Der Vizepräsident des Textilbereichs der Messe Frankfurt, Olaf Schmidt, über Technologie, Nachhaltigkeit und Studium.

Kein schlechter Rat. Schaut man sich Prognosen für die weitere Entwicklung von Onlinewerbung an, wird ein Umsatzwachstum von etwa 1,2 Millionen Euro bis 2021 allein in Deutschland vorausgesagt. Durch diesen Onlineboom steigt die Nachfrage an Marketingexperten, die mit den digitalen Methoden der Onlinevermarktung vertraut sind. Und das nicht nur in der Fashionwelt, sondern in jeder Industrie.

Unsere Kleidung wird funktionaler, smarter und nachhaltiger werden, aber auch unsere Art einzukaufen, wird sich grundlegend ändern. Digitale Talente, die diese Entwicklungen begleiten und vorantreiben, sind gefragter denn je.

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Alle weiteren Fashion-Videos mit den Themen Social Media und Zukunft der Fashionbranche findest du hier.

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